„Das behindert die freie Entfaltung der Persönlichkeit“

Ausführlichere und verwandte Formulierungen:

  • „Ich weiß selbst, was gut für mich ist“
  • „Ich kann selbst entscheiden, was ich mit meiner Lunge mache“

Kurze Widerlegung:

Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit nach Artikel 2 des Grundgesetzes gilt selbstverständlich auch für Nichtraucher. Solange die nicht beeinträchtigt werden, stimmt das. Der Punkt ist: In der Öffentlichkeit ist man nicht mit sich alleine.

Lange Widerlegung:

Diesen Verfassungsartikel einfach mal weiterlesen, da heißt es nämlich schon in der zweiten Satzhälfte, daß diese Freiheit durch die Rechte der anderen eingeschränkt wird:

Art. 2(1): Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt […]

Es geht direkt weiter: Eines der Rechte anderer wird nämlich direkt in Absatz 2 angeführt:

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. […]

An sich ein Umstand, der auch mit etwas Nachdenken leicht zu erfassen oder sogar selbst zu ermitteln wäre. Dort ein „ich darf machen, was ich will“ herauszuinterpretieren, ist geradezu naiv.

Hierzu siehe auch den Artikel „Es ist schon viel zu viel geregelt“.

Über die Priorität des Gesundheitsschutzes hat das Verfassungsgericht inzwischen geurteilt, daß dieser gegenüber der freien Entfaltung der Persönlichkeit einen höheren Rang genießt und infolgedessen gesundheitsschädliche Persönlichkeitsentfaltungen zurücktreten müssen.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Und selbst ohne die Gesundheitsfrage ist es angemessen, darauf zu bestehen, daß auch Nichtraucher ihre Persönlichkeit frei entfalten können in der Form, daß sie einfach mal spontan die Jacke anziehen und für ein, zwei Stunden in ein Restaurant und dann in eine Kneipe um die Ecke gehen, und zwar ohne zuvor überlegen, planen oder recherchieren zu müssen, wie sie ihre Lunge dabei schützen und die Jacke hinterher nicht den Flur vollstinkt.


%d Bloggern gefällt das: