„Die Wirte können selbst entscheiden!“

Ausführlichere und verwandte Formulierungen:

  • „Der Wirt hat doch das Hausrecht“
  • „Eine Gaststätte ist doch ein Privatraum. Der Hausherr entscheidet, was passiert.“

Kurze Widerlegung:

Das war nie verboten. Das hätte man tatsächlich einfach machen können.

Lange Widerlegung:

All das, was als Unterscheidung und Trennung unterschiedlich orientierter Interessen durch die Wirte oder die Gastronomielobby angeführt wird, hätte man problemlos schon vor und seit Jahren durchführen können. Das war niemals verboten. All das, was die Gastronomie als Vorschläge anführt, wie man das Problem angeblich lösen könne, ohne daß rechtliche Vorschriften erforderlich wären, hätten sie ganz einfach nur zu machen brauchen. Nichts hätte das verboten.

Es wurde aber nicht gemacht, es hat nicht stattgefunden. Die Gastronomie war bis auf vernachlässigbare Ausnahmen eine Rauchergastronomie und an dem Zustand änderte sich nichts und die Wirte haben auch keinerlei Aktivitäten unternommen, um daran jemals etwas zu ändern. Sobald man den Wirten die Entscheidung überläßt, erlauben sie das Rauchen nämlich alle, also bleibt nichts, als ihnen die Entscheidung abzunehmen. Das nennt man Marktversagen, und wenn es eintritt, sind Regelungen von außen unerläßlich.

Die Behauptung mit dem Hausrecht ist natürlich an den Haaren herbeigezogen, weil auch das keinesfalls bedeutet, daß der Wirt machen kann, was er will. Er darf auch nicht anfangen, mit Kokain zu dealen, er darf nicht seine Zapfanlage verpilzen lassen, er darf nicht Schnaps an Minderjährige verkaufen und er darf nicht einen Besucher verprügeln, weil der ein Alt haben wollte, obwohl es nur Kölsch gibt. Er darf eben nicht machen, was er will.

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