„Passivrauch ist nicht schädlich“

Ausführlichere und verwandte Formulierungen:

  • „Die Schädlichkeit von Passivrauch ist nicht erwiesen“

Kurze Widerlegung:

Der einzige Unterschied zu „Aktivrauch“, um ihn mal so zu nennen, besteht darin, daß letzterer vorher schon in einer anderen Lunge war. Wie ihn das von einer Sekunde auf die andere ungiftig machen soll, bleibt wohl das Geheimnis der Erfinder dieser These. Der Schwelrauch, der von einer im Ascher liegenden Zigarette aufsteigt, wird gänzlich totgeschwiegen.

Lange Widerlegung:

Interessanterweise wird für die Unterstützung dieser abenteuerlichen These eine erstaunliche Theorienkette angeführt, an dessen Ende das „Ergebnis“ steht, daß die Schädlichkeit von Passivrauch niemals konkret untersucht und bewiesen wurde. Dem ist zunächst nicht ganz leicht beizukommen, hinterher aber um so einfacher. Das ganze läuft ungefähr folgendermaßen:

Zunächst wird darauf hingewiesen, daß sämtliche Studien, die sich mit der Gefährlichkeit von Zigarettenrauch befassen, alle auf der Untersuchung von aktiven Rauchern, deren Konsum, deren Lebensgewohnheiten, ihren medizinischen Untersuchungsergebnissen etc. und basieren. Dabei mag herausgekommen sein, daß der Rauch tatsächlich für die betroffene Personengruppe eine signifikante Schädlichkeit aufweist.

Nun gehen die Helden der Argumentation hin und sagen, „Ja, aber an Passivrauchern ist sowas ja noch nicht erforscht worden. Also darf man nicht behaupten, für die wäre es auch schädlich. Im Gegenzug können wir solange behaupten, Passivrauch sei unschädlich, bis jemand das Gegenteil beweist.“

Kaum zu glauben, was? Aber so denken die wirklich.

Das ist die gleiche Argumentationsweise, wie wenn zunächst vor einer Schule, vor der es Unfälle mit Geländewagen gegeben hat, Schritttempo vorschreibt und dann jemand sagt: „Aber mit Lieferwagen hat es keine Unfälle gegeben. Für die braucht das Schritttempo ja nicht zu gelten.“ Vollständig lächerlich.

Wie gesagt, letztlich ist dem leicht beizukommen: Die wissenschaftlich anerkannte Erkenntnis lautet „Zigarettenrauch ist schädlich“. Wer nun das Gegenteil behauptet, muß es auch beweisen. Da es keinen vorstellbaren Mechanismus gibt, wie dieser auf dem Weg zum Passivraucher unschädlich wird – wird er es nicht. Passivrauch ist schlichtweg genauso schädlich.

Als letzte Zuflucht in diesem Zusammenhang wird oft noch Paracelsus herangezogen, dem das Diktum zugeschrieben, wird, daß nur die Dosis das Gift mache. Das mag zwar zutreffen, wird aber in seiner Bedeutung von der Raucherseite einseitig fehlinterpretiert, und zwar folgendermaßen: Paracelsus‘ Grundsatz sagt im Wesentlichen aus, daß oberhalb einer bestimmten Dosis alles zum Gift wird. (Selbst Wasser, übrigens! Ab 4 oder 5 Litern wird’s lebensgefährlich.) Daraus folgt aber eben nicht, daß es unterhalb einer bestimmten Dosis nichts mehr giftig ist.

Ganz zu schweigen davon, daß diese Dosis bei Tabakrauch üblicherweise weit überschritten wird.

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